Stadtführer der Stadt Kornwestheim: Gasthaus Zum Adler
1775 gebaut von Georg Weiss, einem der sechs Gastwirte im 18. Jahrhundert.
Der Adler war die profitabelste Gaststätte Kornwestheims. 1908 kam ein Metzgerladen hinzu. Ein Schlußstein über dem Kellereingang mit der Jahreszahl 1775 weist auf den ehemaligen Besitzer hin. Im Obergeschoss entstand 1908 der schöne fachwerkgeschmückte Vorbau mit Bleiglasfenstern mit Pfauenmotiven. 1910 kam das Nebenzimmer hinzu. Im 19. Jahrhundert war der „Adler“ bei Einquartierungen neben „Löwen“ und „Schwanen“ ein bevorzugtes Quartier für Offiziere.
Der Adler war die profitabelste Gaststätte Kornwestheims. 1908 kam ein Metzgerladen hinzu. Ein Schlußstein über dem Kellereingang mit der Jahreszahl 1775 weist auf den ehemaligen Besitzer hin. Im Obergeschoss entstand 1908 der schöne fachwerkgeschmückte Vorbau mit Bleiglasfenstern mit Pfauenmotiven. 1910 kam das Nebenzimmer hinzu. Im 19. Jahrhundert war der „Adler“ bei Einquartierungen neben „Löwen“ und „Schwanen“ ein bevorzugtes Quartier für Offiziere.
Ludwigsburger Kreiszeitung (16.06.2000): „Adler“ Teil der Ortshistorie
Von Ortsparlamentariern, Soldaten und Narren.
Viele Jahrzehnte spielte die Wirtschaft „Adler“ in Kornwestheim eine Rolle. Sie war nämlich nach den Sitzungen im damaligen alten Rathaus oft der Treffpunkt der Obleute der Bürgerschaft zu einer kräftigen Nachsitzung. Mit seinem später angebauten Jugendstil-Erker hatte der wichtige Bau an der Ecke der Langen Straße/Adlerstraße auch die Position einer Art Bastion, weil sich an ihn dann eine Gruppe von kleineren Häusern anschloss, die Handwerksbetriebe wie die Bäckerei Rau mit ihrem großen Holzvorrat umfasste.
Als die Familie Beerweiler am Beginn des 20. Jahrhunderts die Liegenschaft erwerben konnte, wurde die Gastwirtschaft aber auch mit einer Metzgerei verbunden. Der große Aufschwung des „Adlers“ stand dann aber im Zusammenhang mit der Eigenschaft Kornwestheims als Garnisonsstadt. Denn mit der Inbetriebnahme der damaligen Hindenburgkaserne bei der deutschen Wiederaufrüstung ab 1935 war für viele Dienstleistende die letzte Chance vor dem Zapfenstreich dort noch ein Bier zu trinken und dann die letzten 1000 Meter zum Kasernentor zurückzulegen.
Nach 1945 verhielten sich ganze Generationen von amerikanischen Soldaten in Richtung Wilkinkaserne, wie sie nun hieß, nicht anders. Ihr Stammlokal war der „Adler“.
Ganz anders wurde die Situation nach der Übergabe der Wirtschaft an die griechische Familie Halvos 1970. Sie trug mit zu einer umfangreichen Sanierung bei und erhielt dennoch in den Gasträumen den einstigen vertrauten Holzstil. Das zahlte sich für den Gastronomen Halvos aus, denn der „Adler“ wurde nicht nur durch seine griechischen Spezialitäten bekannt, sondern auch bei zahlreichen Kornwestheimer Vereinen zur festen Adresse. Das reicht heute von den Aktiven der Fasnetzunft bis zu den vielen Mitgliedern der bekannten Handballmannschaft des Bundesliga-Zweitligisten TVK. Nun wird die Familie Halvos in einer besonderen Aktion bis Dienstag, 20. Juni, auf ihr 30-Jahre-Betriebsjubiläum im „Adler“ hinweisen. Ihr Schlager: Alle Preise sollen wie im Jahr 1970 sein. (hps)
Viele Jahrzehnte spielte die Wirtschaft „Adler“ in Kornwestheim eine Rolle. Sie war nämlich nach den Sitzungen im damaligen alten Rathaus oft der Treffpunkt der Obleute der Bürgerschaft zu einer kräftigen Nachsitzung. Mit seinem später angebauten Jugendstil-Erker hatte der wichtige Bau an der Ecke der Langen Straße/Adlerstraße auch die Position einer Art Bastion, weil sich an ihn dann eine Gruppe von kleineren Häusern anschloss, die Handwerksbetriebe wie die Bäckerei Rau mit ihrem großen Holzvorrat umfasste.
Als die Familie Beerweiler am Beginn des 20. Jahrhunderts die Liegenschaft erwerben konnte, wurde die Gastwirtschaft aber auch mit einer Metzgerei verbunden. Der große Aufschwung des „Adlers“ stand dann aber im Zusammenhang mit der Eigenschaft Kornwestheims als Garnisonsstadt. Denn mit der Inbetriebnahme der damaligen Hindenburgkaserne bei der deutschen Wiederaufrüstung ab 1935 war für viele Dienstleistende die letzte Chance vor dem Zapfenstreich dort noch ein Bier zu trinken und dann die letzten 1000 Meter zum Kasernentor zurückzulegen.
Nach 1945 verhielten sich ganze Generationen von amerikanischen Soldaten in Richtung Wilkinkaserne, wie sie nun hieß, nicht anders. Ihr Stammlokal war der „Adler“.
Ganz anders wurde die Situation nach der Übergabe der Wirtschaft an die griechische Familie Halvos 1970. Sie trug mit zu einer umfangreichen Sanierung bei und erhielt dennoch in den Gasträumen den einstigen vertrauten Holzstil. Das zahlte sich für den Gastronomen Halvos aus, denn der „Adler“ wurde nicht nur durch seine griechischen Spezialitäten bekannt, sondern auch bei zahlreichen Kornwestheimer Vereinen zur festen Adresse. Das reicht heute von den Aktiven der Fasnetzunft bis zu den vielen Mitgliedern der bekannten Handballmannschaft des Bundesliga-Zweitligisten TVK. Nun wird die Familie Halvos in einer besonderen Aktion bis Dienstag, 20. Juni, auf ihr 30-Jahre-Betriebsjubiläum im „Adler“ hinweisen. Ihr Schlager: Alle Preise sollen wie im Jahr 1970 sein. (hps)
Adler-Wirt feiert: Preise wie vor 30 Jahren
Kornwestheimer Zeitung 17. Juni 2000
Kornwestheim (rd).
Vor 30 Jahren hat die Familie Halvos, die aus der nordgriechischen Stadt Samothraki stammt, die ehemalige amerikanische Soldatengaststätte „Adler“ in der Lange Straße als Pächter übernommen. Daraus wurde längst ein gut gehendes Restaurant, das im Laufe der Jahre zu einer festen Institution im Stadtleben von Kornwestheim geworden ist.
Janni, wie zahlreiche seiner Gäste den Chef des Hauses liebevoll nennen, nahm diesen runden Geburtstag zum Anlass, für eine Woche seinen Gästen Speisen und Getränke zu den Preisen von 1970 anzubieten. Das wurde natürlich voll in Anspruch genommen, so dass es bereits am Eröffnungstag keinen freien Platz in den frühen Abendstunden mehr gab. Abgewiesen wurde allerdings auch niemand, denn eine Devise von Janni ist: „Bei uns hat jeder eine Chance, nur Geduld muss man mitbringen“.
Dafür gab es aber auch 80 griechische Spezialitäten wie Tsatsiki, Dolmadaki, Calamarakia und die reichhaltige Adlerplatte, von der eine ganze Familie satt werden konnte. Natürlich durfte zwischen den einzelnen Gerichten der obligatorische Ouzo, kostenfrei wie vor 30 Jahren, nicht fehlen. Kinder hatten zum Geburtstag selbstgemalte Bilder, Briefe und kleine Reime mitgebracht.
Kornwestheim (rd).
Vor 30 Jahren hat die Familie Halvos, die aus der nordgriechischen Stadt Samothraki stammt, die ehemalige amerikanische Soldatengaststätte „Adler“ in der Lange Straße als Pächter übernommen. Daraus wurde längst ein gut gehendes Restaurant, das im Laufe der Jahre zu einer festen Institution im Stadtleben von Kornwestheim geworden ist.
Janni, wie zahlreiche seiner Gäste den Chef des Hauses liebevoll nennen, nahm diesen runden Geburtstag zum Anlass, für eine Woche seinen Gästen Speisen und Getränke zu den Preisen von 1970 anzubieten. Das wurde natürlich voll in Anspruch genommen, so dass es bereits am Eröffnungstag keinen freien Platz in den frühen Abendstunden mehr gab. Abgewiesen wurde allerdings auch niemand, denn eine Devise von Janni ist: „Bei uns hat jeder eine Chance, nur Geduld muss man mitbringen“.
Dafür gab es aber auch 80 griechische Spezialitäten wie Tsatsiki, Dolmadaki, Calamarakia und die reichhaltige Adlerplatte, von der eine ganze Familie satt werden konnte. Natürlich durfte zwischen den einzelnen Gerichten der obligatorische Ouzo, kostenfrei wie vor 30 Jahren, nicht fehlen. Kinder hatten zum Geburtstag selbstgemalte Bilder, Briefe und kleine Reime mitgebracht.